ich bin in dem alten fabrikgebäude nach ganz oben geklettert, über die rostigen stahlleitern und planken. da, wo ich hinwollte, gab es keine leiter mehr, nur noch stahlträger, und unter mir 5, 6 meter nichts.
unten standen zwei freunde, sie sagten “komm da runter! wenn du fällst, ich bring dich nicht ins krankenhaus! ey, bitte pass auf, was du machst!”
und als ich das letzte stück da hin, wo ich hinsprayen wollte, balancieren musste, das war ein wahnsinniges gefühl. die beiden unten hielten die luft an, und so ich auch. und als ich dann da war, meine beine maumeln lies und mich vorbeugte, um ein fettes “NAZIS RAUS” dort hin zu sprayen, da ging es mir richtig gut. keine angst mehr, kein schiss zu fallen, kein schwindel und schon gar keine angst, jemand könnte uns erwischen, am helligten tag.
beim zurückgehen, wieder balancieren, klettern, da hatte ich kein kribbeln mehr im bauch vor aufregung. in dem moment fühlte sich das gut an.
aber erst im nachhinein hab ich gemerkt, dass die angst nicht ausblieb, weil ich so unglaublich mutig bin. sondern einfach, weil es mir egal war, ob ich runterfalle, auf den steinen aufschlage und mir den schädel zertrümmer.











